Mozart schrieb die g-moll Symphonie im selben Jahr wie die strahlende
Jupitersymphonie und dennoch steht sie in krassem Gegensatz zu dieser.
Eine schmerzliche, tragische Grundstimmung bestimmt das ganze Werk, das
zu den großen Symphonien Mozarts gezählt wird. Auffallend ist, dass
Mozart auch für andere Werke, die von Schwermut und Resignation bestimmt
sind, g-moll als Tonart gewählt hat.
Der 1. Satz, Molto Allegro, beginnt ohne Einleitung mit dem Hauptthema,
dem ein zweites, chromatisches gegenübergestellt wird. Diese beiden
Themen bilden das ausschließliche Material des Satzes, der durch
äußerste Konzentration und immer stärkere Reduzierung der Motive eine
beklemmende Stimmung zum Ausdruck bringt.
Im 2. Satz, Andante, verweben sich wieder zwei Themen kunstvoll
miteinander. Doch auch die ausdrucksvolle Melodie, die über den Stimmen
schwebt, vermag die düstere Grundstimmung nicht aufzuheben.
Auch das Menuett, eigentlich Ausdruck höfischer Geselligkeit, verzichtet
mit ungewöhnlicher Synkopierung und herben Akzenten auf jegliche
Verspieltheit.
Im Finale Allegro assai schließlich, mit seinem aufsteigenden Thema und
dem dramatisierenden Motiv der Bläser, brechen nochmals heftig die
Spannungen und düsteren Energien auf, die die ganze Symphonie prägen.